Seit Oktober 2018 hat Netzlink für seine Auszubildenden den Dienstagsunterricht eingeführt. Neben der Azubi-Rotation stellt dieser Unterricht einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung bei Netzlink dar. Im Zyklus von zwei Wochen werden verschiedene Netzlink-Themen und -Produkte vorgestellt oder Weiterbildungen zur Nutzung von unternehmensrelevanten Programmen und Tools gegeben. Dabei handelt es sich aber keineswegs um den aus der Schule bekannten Frontalunterricht. Ziel hierbei ist es, die Auszubildenden aktiv miteinzubeziehen, sie mitdenken und mitmachen zu lassen. Kian, der zuletzt während der Azubi-Rotation die Unternehmenskommunikation durchlaufen hat, berichtet:

Ein Besuch im Rechenzentrum

Räumlich beschränkt sich der Unterricht keinesfalls auf den IT-Campus. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist unser gemeinsamer Besuch im Rechenzentrum unseres Providers. Dort hat die Netzlink Informationstechnik GmbH vier Serverschränke gemietet, in denen die Server der „Nubo Cloud“ beheimatet sind. Gleich bei Ankunft haben wir einen Eindruck davon bekommen, dass Sicherheit vor Ort eine sehr große Rolle spielt. Denn die für uns zuständige Person, der Rechenzentrumsleiter, war noch nicht da, sodass uns selbst der Zugang zum Parkplatz verwehrt blieb.

Sicherheit ist das A und O

Nachdem der Leiter eintraf, uns auf das Gelände ließ und sich vorstellte, standen wir gleich vor der nächsten verschlossenen Tür. In diesem Fall vor der Tür, die uns Zugang zu der ersten von drei Sicherheitszonen ermöglichen sollte, die durchschritten werden müssen, um die Serverräume zu betreten. Zugang haben nur die Personen, die einen sogenannten personifizierten Zugangstoken besitzen. Mithilfe dieses Tokens gelangt man auf das videoüberwachte Gelände, um nur wenige Meter später vor der nächsten Sicherheitszone zu stehen: der Tür zum unterirdisch befindlichen Rechenzentrum. Um das Rechenzentrum zu betreten, reicht der Token allein aber nicht mehr aus. Neben einer Schleuse, die durchgangen werden muss, ist zusätzlich der Fingerabdruck des Token-Besitzers erforderlich, um diese zweite Sicherheitszone zu betreten. Einem potenziellen Eindringling erschwert das den Zugang erheblich, da es nicht ausreichen würde, den Zugangstoken zu klauen oder in irgendeiner Form zu duplizieren. Zusätzlich speichert das Sicherheitssystem, wer sich gerade im Rechenzentrum und darüber hinaus in welcher Sicherheitszone befindet. Das hat vor allem einen Hintergrund: kommt es zu Notsituationen, wie einem Brandfall, kann die anrückende Feuerwehr (denen extra für Notfälle spezielle Zugangskarten zur Verfügung gestellt werden) auf einen Blick sehen, ob und wer sich noch wo im Rechenzentrum befindet. Direkt hinter der Schleuse führte uns eine Treppe nach unten in einen langen Flur und wir waren nur noch wenige Meter von den Serverräumen entfernt. Ein letztes Mal mit dem Token die Tür geöffnet und wir standen vor unseren Serverschränken. Auch diese sind nur von den jeweils autorisierten Personen zu öffnen.

Die Technik hinter den Serverräumen

Nach der Besichtigung der Serverschränke, führte uns der Leiter nach kurzer Zeit in einen der Räume, die dafür sorgen, dass die Server stets mit ausreichend kühler Luft versorgt werden. Dabei wird keine Luft von außen nachgesogen, sondern die aufgewärmte Luft aus den Serverräumen von Staubpartikeln befreit, abgekühlt und anschließend wieder zurück in den Serverraum geleitet. Während der Luftzirkulation misst die Anlage nebenbei noch, ob sich in der Luft Partikel befinden, die auf ein Feuer hinweisen. Ist dies der Fall, wird automatisch ein Feueralarm ausgelöst. Das Rechenzentrum verfügt über zwei sogenannte Brandabschnitte. In jeweils einem Brandabschnitt steht ein Serverraum, der auch weiter funktionsfähig ist, sollte es im anderen zu einem Feuer kommen. Möglich ist dies nur durch vollständige Redundanz. Aus diesem Grund existieren zwei baugleiche Lüftungsanlagen.

Tritt das angesprochene Feuer einmal aus, muss natürlich gelöscht werden. Um beim Löschvorgang nicht die kompletten Server zu zerstören (z. B. durch Löschschaum), wird im betroffenen Serverraum der Sauerstoffanteil drastisch reduziert, sodass das Feuer durch Sauerstoffmangel ausgeht. Hierfür stehen diverse Flaschen mit Löschgas zur Verfügung, die im Notfall das Gas in die Serverräume leiten.

Der nächste Raum beinhaltete die Stromversorg für die beiden Serverräume. Nach außen hin nicht sichtbar, versteckt sich in den Anlagen sehr komplexe Technik, die sicherstellt, dass alle Server dauerhaft mit Strom versorgt werden. Sollte das mal nicht der Fall sein und es zu einem Stromausfall kommen, wurde natürlich auch hierfür vorgesorgt: zum einen durch die USV-Anlagen (USV steht für unterbrechungsfreie Stromversorgung), die einen kurzzeitigen Stromausfall auffangen können. Und zum anderen durch eine Reihe an Batterien, die bis zu 30 Minuten Strom liefern können, um die benötigte Zeit zur Verfügung zu stellen, die die hauseigenen Dieselgeneratoren brauchen, um bei einem längerfristigen Stromausfall zu starten und Strom zur Überbrückung zu erzeugen.

Als letztes betraten wir das „Hirn“ des Rechenzentrums. Ein kleiner Raum, in dem alle Überwachungssysteme und sonstigen softwarespezifischen Anwendungen zusammenlaufen und gesteuert werden. Da diese allesamt per Remote angesteuert werden können, ist dieser Raum im Normalfall unbesetzt.

Nach einer guten dreiviertel Stunde war unsere Führung beendet und wir verließen das Gelände wieder Richtung Braunschweig. Der Besuch war alles in allem sehr interessant, da wir nicht nur vor Ort gesehen haben, wie ein solch großes Rechenzentrum aussieht, sondern uns erklärt wurde, welch umfangreiche Gedanken, Planungen und Vorkehrungen getroffen und umgesetzt werden müssen, damit eine Vielzahl an Servern an einem Ort unterbrechungsfrei laufen können.