Wenn im TrafoHub zum DigitalDienstag geladen wird, geht es um nicht weniger, als das Leben mit und die Transformation hin zu einer digitalisierten Welt. Unter diesem Motto laden die Organisatoren an jedem letzten Dienstag im Monat eine kleine Gruppe von Rednern zu einem spezifischen Thema ein, die eine grundlegende Einleitung in den weiteren Abend geben. Anschließend wird diskutiert, Publikumsbeteiligung ist hierbei explizit erwünscht. Wer dann noch Lust und Zeit für Diskussionen hat ist eingeladen, bei Kaltgetränken und Pizza mit den Anwesenden in lockerer Atmosphäre den Abend ausklingen zu lassen.

 

Das Thema am vergangenen Dienstag lautete „Digitales Mindset“ und wurde eingeleitet von zwei Vorträgen aus Sicht der Wissenschaft und aus Sicht der Unternehmensberatung. Den Anfang machte Dipl.-Psych. Paul Endrejat von der TU Braunschweig, der ausführlich die Schwierigkeiten, ein digitales Denken in die Unternehmen zu bringen, erläuterte. Hierbei handelt es sich um ein klassisches Henne-Ei-Problem, wenn man sich vor Augen führt, dass sowohl das Handeln als auch die Einstellung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeholt werden wollen. Beides bedingt sich allerdings gegenseitig. Man kann nicht erwarten, dass „digital gehandelt“ wird, wenn die „digitale Einstellung“ nicht ausgeprägt ist, und andersherum wird kaum eine „digitale Einstellung“ zu erreichen sein, wenn keine „digitalen Handlungen“ implementiert werden.

Sein Ansatz ist, das Pro-digitale Denken zu stärken, indem er die von ihm so bezeichnete „Yes, but…“-Mentalität aufarbeitet und die Menschen dazu bringt, Lösungen zu suchen, anstatt zu argumentieren, wieso etwas nicht funktionieren wird. Die Devise ist: „Wer etwas will, findet Wege, wer etwas nicht will, findet Gründe.“.

Der zweite Grundlagenvortrag wurde gehalten von Henning Siefert und Antje Duffert von der fme AG Unternehmensberatung. Ihr Fokus liegt stark auf der Transformation hin zu agilen Strukturen. Die grundlegende Idee ist, dass mit allen Methoden, Strukturen und Tools keine Transformation gelingt, wenn das „agile Mindset“ fehlt. Dazu braucht es Menschen, die offen, mutig und lernwillig sind. Auf dem Weg dahin ist es wichtig, in ganz kleinen Schritten die Veränderungen auf den Weg zu bringen, um niemanden abzuhängen.

Im Anschluss wurde auf dem Podium diskutiert und Punkte auch aus dem Publikum aufgenommen. Als Schwerpunkt entpuppte sich hier sehr schnell das Thema Agilität. Alle Redner wurden sich recht schnell einig über die wichtigsten Punkte: Agilität ist ein wichtiger Baustein. Im gehobenen Management und in der Belegschaft ist die Offenheit gegenüber Agilität oft bereits weit entwickelt. Schwieriger wird es nach Aussagen der Diskutanten bei Menschen aus dem mittleren und kleinen Management, die sich bei den Ideen der agilen Arbeitsweise oft im Abseits sehen und Sorgen um ihre Daseinsberechtigung haben. Gilt es doch, den Teams mehr Verantwortung und Selbstorganisation einzuräumen, sodass feste Strukturen aufgebrochen werden und die Verantwortung und Entscheidungskompetenz variabel demjenigen zuteilwerden, der im jeweiligen Moment am besten geeignet scheint. Hier ist allerdings keine Rede davon, Teamleiter und kleines Management abzuschaffen. Viel mehr verteilen sich die Rollen und die Teamleiter finden sich eher in der Position, die Teams zu unterstützen auf genau diesem Weg. Befähigen, leiten, Kultur schaffen, lernen, lehren, Fehler zulassen.

Gut performende Teams sind diejenigen mit Menschen, die selbstbewusst genug sind „auch mal den Zettel in die Hand zu nehmen“ und wo Job-Titel weniger zählen, als die Fähigkeiten der Einzelnen. Dazu braucht es jedoch Führungskräfte, die sich auf diesen Weg einlassen, ihren Zettel aus der Hand geben und Vertrauen in die Stärke und die Lernbereitschaft ihres Teams haben.